AMA - Marketing
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AMA - Marketing

Von wo die Milch ist

Vom Packerl bis zum Euter



„Du, weißt, was ich mich schon länger frag?“, sag ich zu meiner Cousine, der Milchbäuerin Moni. Wenn ich die Milch zu Hause im Packerl kauf – woher weiß ich, von wo die ist?“ Die Moni schaut mich, das Stadtkind, ein bisserl mitleidig an und erklärt mir, dass die Kühe zwei Mal am Tag gemolken werden. Die Milch geht dann an die regionale Molkereigenossenschaft. Sie wird ge- testet, ob sie eh allen Hygiene- und Qualitätsstandards entspricht – und dann weiterverarbeitet. Zu Trinkmilch, Joghurt, Topfen, Butter, Käse ...

„Als Milchbauern werden wir etwa alle drei Jahre kontrolliert“, erklärt die Moni. „Außer sie finden was – dann wird spätestens nach einem Jahr wieder geschaut, ob alle Probleme be- hoben wurden. Jedenfalls erfahren wir von den routinemäßigen Kontrollen wenige Tage davor – aber nur, da- mit wir auch wirklich da sind.“

Einen Sauhaufen in einen Musterbetrieb zu verwandeln, ist in der kurzen Frist nicht möglich – bei Moni war es auch nicht notwendig.



„Die von der AMA wollen sogar, dass ich Proben vom Kraftfutter ein halbes Jahr aufhebe. Wenn irgendwas nicht stimmt, wissen die sofort, wo die Ursachen liegen.“ Höchster Standard bei der Milch, auch bezüglich Herkunft und Sicherheit.

„Aber schau, was ich jetzt für dich hab“, sagt die Moni, und stellt mir ein volles Glas hin. „Milch von meinen Kühen. Die kriegst du nur bei mir.“ Absolut nachvollziehbar. 

Interview Stefan Lindner 

Obmann der TirolMilch und der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Rinderzüchter Österreichs, Milchbauer. 

Können Sie uns etwas über Ihren Hof erzählen? 
Unser Hof steht in Oberndorf in Tirol. Meine Frau, unsere Kinder und ich be- wirtschaften einen Hof mit 50 Milch- kühen. Die Milch liefern wir zum großen Teil an die TirolMilch, den anderen Teil verarbeitet mein Bruder zu Milchprodukten. Meine Schwester betreibt ein Hotel mit Schihütte und wird von uns mit Milch und Milch- produkten beliefert. Wir bemühen uns, möglichst viele Produkte direkt zu vermarkten. Wir produzieren so viel wie möglich selber und heizen die Gastronomie mit Biomasse. Wir wirt- schaften natürlich gentechnikfrei. 

Wie sehen Sie selbst Ihre Arbeit? 
Ich weiß, dass wir Milchbauern ei- nen besonderen Job machen. Erstens produzieren wir ein wertvolles Gut, und zweitens haben wir auch gesell- schaftspolitisch einen großen Auf- trag. Österreich prägt eine intakte Landschaft. 

Was können die österreichischen Bauern noch besser machen? 
Wir Bauern müssen zu unserem Produkt stehen. Wenn ich als Bauer Wertschätzung erwarte, dann muss ich selber das, was ich mache, auch wertschätzen. Dann muss ich stolz auf mein Produkt sein und mich mit dem, was ich mache, identifizieren. Dann habe ich ein G’spür dafür, und wenn ich ein gutes G’spür habe, dann kommt was G’scheits dabei heraus. 

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