AMA - Marketing
Export:
  • DE
  • EN
  • IT
AMA-BIOSIEGELEU-BiologoEnjoy

AMA - Marketing

Fast vergessen:

Die Mutter aller Marmeladen

Sie zählen zu den pflegeleichtesten und ältesten Obstbaumsorten überhaupt. In heimischen Gärten sind Quitten aber noch immer Exoten.
„Marmelo” heißt die Quitte im Portugiesischen und ist somit indirekt Namensgeber für das das süßsaure Lebensmittel. Das hat seinen Grund: Die Quitten-Frucht ist hart, säuerlich und etwas bitter und wird deshalb normalerweise weiterverarbeitet. Das hat wohl dazu geführt, dass die Quitte, die zu Omas Zeiten noch sehr beliebt war, im Garten anderen Obstsorten weichen musste. Das ändert sich nun allmählich wieder.

Die Quitte hat nicht nur einen ganz eigenen Geschmack, sondern ist zudem eine Zierde für jeden Bio-Garten. Es gibt eine große Anzahl unterschiedlicher Sorten – grob wird aber aufgrund der Form der Früchte zwischen Apfel- und Birnenquitten unterschieden. Vergleicht man hier Äpfel und Birnen, ist aas Fruchtfleisch der Apfelquitten hart, intensiv und säuerlich, das der Birnenquitten weicher und weniger intensiv und wird auch roh gegessen.

Ein Platz an der Sonne

Bis zu acht Meter hoch kann der sommergrüne und winterharte Quittenbaum werden. Die Pflanze gedeiht auf nahezu allen Böden, bevorzugt auf mittelharten und nicht zu trockenen. Ein zusätzliches Gießen ist nur in sehr heißen Sommern nötig. Staunässe ist genauso zu vermeiden wie ein hoher Kalkanteil. Idealerweise wird der Standort so gewählt, dass der Baum viel Sonne erhält und gleichzeitig etwas windgeschützt ist. Besonders kalte Lagen wirken sich negativ auf Fruchtbarkeit und Geschmack der Früchte aus.

Vorsicht: Wasserscheu!

Da gerade junge Pflanzen noch frostempfindlich sind, sollte die Quitte im Frühjahr – entweder als Baum oder Busch – gepflanzt und im ersten Winter mit einem Vlies geschützt werden. Beim Pflanzen gibt es nur wenig zu beachten: Eine einmalige Düngung mittels Kompost ist normalerweise ausreichend, kann aber auch all zwei Jahre erfolgen. Zusätzlich kann um den Stamm herum noch Rindenmulch ausgelegt werden, damit der Boden genügend Feuchtigkeit für die Pflanze speichert. Wie auch bei anderen Obstbäumen ist darauf zu achten, dass die Krone nicht zu dicht wird. Dazu sollte das Astwerk alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr ausgedünnt werden.

Gut Ding braucht Weile

Die meisten Sorten sind Selbstbestäuber. Das heißt, die Narben der Blüten sind bereits mit eigenem Pollen belegt. Die Quitten können daher mit der Ausnahme der beiden Sorten „Konstantinopeler“ und „Riesenquitte von Leskovaczals“ als Einzelbäume gesetzt werden. Von Mai bis Anfang Juni blühen die Pflanzen und zeigen dabei große weiß- bis rosafarbene Blütenblätter. Aufgrund des späten Zeitpunkts stellt Spätfrost keine Bedrohung für die Bäume dar.

Allerdings besteht in dieser Phase erhöhte Feuerbrand-Gefahr. Da der Bakterienbefall nach wie vor nicht behandelbar ist, muss der Baum entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Erkrankung ist zudem meldepflichtig. Abgesehen von gelegentlich auftretender Spitzendürre – eine Pilzkrankheit – sind die Pflanzen gegen andere Schädlinge oder Krankheiten gut gewappnet und passen daher ausgezeichnet in den naturnahen Bio-Garten. Im Normalfall gedeihen die Quittenbäume ohne Probleme, allerdings auch sehr langsam. Frühestens nach vier Jahren kann zum ersten Mal geerntet werden.

Aufs Brot oder ins Glas?

Wenn die Früchte allmählich ihre Farbe von Grün zu Gelb ändern und der pelzige Belag dünner wird, ist es an der Zeit für die Ernte – je nach Sorte zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Je länger die Früchte am Baum bleiben, desto aromatischer sind sie. Werden sie zu spät gepflückt, bekommen sie braune Stellen und verlieren deutlich an Geschmack. Wie auch Bio-Äpfel können Bio-Quitten zwei bis drei Wochen nachgelagert werden, um voll auszureifen. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass der Stiel in der Frucht bleibt. In einem kühlen Raum können sie zwei Monate lang problemlos aufbewahrt und dann weiterverarbeitet werden.


Beliebt sind neben Bio-Marmelade, Gelee, Mus und Saft auch Quittenbrände oder Perlwein. Eine besondere Spezialität ist das sogenannte Quittenbrot – ein Konfekt: Dazu wird Quittenmus mit Zucker, Geliermittel und variierenden  Gewürzen vermengt, dünn auf ein Backblech gestrichen und im Rohr ausgedörrt. Als „Dulce de membrillo“ ist es in Portugal und Spanien eine beliebte Weihnachts- und Wintersüßigkeit.