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Farbe im Garten:

Sanddorn, eine „Zitrone des Nordens“

Sein silbrig grünes Laub und die länglich-ovalen, rotorangen bis gelben Früchte machen ihn nicht nur optisch, sondern auch kulinarisch zu einem Leckerbissen. Ein absoluter Tipp für alle, die das ganze Jahr über etwas Farbe im Bio-Garten haben wollen.

Bis zu fünf Meter hoch und vier Meter breit wird der Bio-Sanddorn (Hippophae rhamnoides). Für die Fensterbank oder den Balkon ist das Wildobst leider keine Option, als Hecke dagegen schon. Das dichte Astwerk macht diese zudem zu einem idealen Nistgehölz. Sanddorn ist pflegeleicht und wächst so gut wie überall. Was er braucht, sind vor allem Licht und Luft. Als vorgezogene Containerpflanze kann er das ganze Jahre über gepflanzt werden, der Boden sollte allerdings nicht gefroren sein. Man kann aber auch einen Wurzelausläufer abtrennen, damit dieser neu austreibt.
Drei bis vier Jahre dauert es in beiden Fällen bis zur ersten Blüte. Beim Pflanzen sollte man auf ein paar Punkte achten: Staunässe sowie schwere Tonböden sind zu vermeiden – diese müssten mit Sand vermischt werden. Bei sandigen, lehmigen und gut durchlässigen Böden ist das nicht nötig. Die Pflanze deckt ihren Stickstoffbedarf durch eine Symbiose mit Pilzen und Bakterien. Da es etwas dauert, bis diese Wechselbeziehung eingespielt ist, sollte der Sanddorn im ersten Jahr nach der Pflanzung mit Hornmehl gedüngt werden. Im Bedarfsfall kann alle zwei Jahre Bio-Kompost zugeführt werden. Im Regelfall muss das Wildobst aber weder gedüngt noch bewässert werden.

Im Untergrund aktiv

Neben seiner Größe sollte auch das tiefreichende und schnell wachsende Wurzelsystem berücksichtigt werden – vor allem wildwachsende Arten bereiten sich besonders schnell aus. Das kann man sich für die Sicherung loser Böden in Hanglagen zu Nutzen machen. Die dicht unter der Erde wachsenden Wurzeln können aber auch Pflastersteine und Wegplatten aushebeln.
Das Wildobst sollte daher in einigem Abstand zu Gehwegen und auch zu anderen Pflanzen gesetzt werden. Für andere Pflanzen stellt er durch seinen hohen Nährstoffbedarf eine unmittelbare Nahrungskonkurrenz dar. Um eine ungewollte Ausbreitung zu verhindern, werden Ableger frühzeitig mit einem scharfen Spaten abgestochen oder idealerweise bereits beim Pflanzen eine Wurzelsperre mit einem Minimaldurchmesser von 1,5 Metern gesetzt.


Wer Früchte ernten will, braucht mindestens zwei Sträucher, denn der Sanddorn ist zweihäusig, das heißt: Nur die weiblichen Pflanzen tragen Früchte und müssen dafür mit männlichem Pollen bestäubt werden. Beim Setzen ist daher auch auf die vorherrschende Windrichtung und einen identischen Blütezeitpunkt männlicher und weiblicher Pflanzen zu achten. Je nach Sorte liegt dieser zwischen März und Mai und überzieht die Äste mit einer Vielzahl kleiner gelber Blüten. Früchte trägt der Sanddorn, ebenfalls sortenspezifisch, von Mitte August bis Mitte September. Da die Pflanze nur alle zwei Jahre viele Früchte trägt, kann man immer zwei weibliche Sträucher pflanzen und durch jährlich abwechselndes Zurückschneiden der abgeernteten Triebe erreichen, dass abwechselnd immer einer der beiden Bäume Früchte trägt. Wächst der Sanddorn frei, wird seine Krone immer breiter. Die Früchte wachsen aber nur im äußeren Bereich während das Kroneninnere verholzt. Die männlichen Sträucher sollten alle drei oder vier Jahre mit Bedacht gestutzt werden. Schneidet man mehr als die Hälfte der Blütentriebe weg, werden die weiblichen Sträucher nicht mehr ausreichend bestäubt.

Fingerspitzengefühl oder „Schüttelfrost“

Sobald die Beeren ihre jeweils sortentypische Farbe erlangen, sollte mit der Ernte begonnen werden. Bereits nach zwei Wochen können die Früchte einen ranzigen Geschmack entwickeln. Wird nicht unmittelbar bei Erreichen der Reife geerntet, lassen sich die Beeren häufig einfach herunterschütteln. Pflücken, sicherheitshalber mit Handschuhen, geht dagegen immer – aufgrund der Dornen eignen sich dazu vor allem langstielige Sanddorn-Varianten. Im professionellen Anbau werden die beerentragenden Triebe abgeschnitten, schockgefroren und die Früchte dann einfach abgeschüttelt.

Wer die Farbenpracht dringender braucht als das enthaltene Vitamin C, kann einige Früchte am Strauch belassen. Dort bleiben sie oft bis zum nächsten Frühjahr und dienen vielen Vogelarten im Winter als Nahrungsquelle.
Saft, Marmelade oder „Fasanbrause“?
Das Fruchtfleisch weist einen geringen Ölgehalt auf und ist außerdem reich an all jenen Inhaltsstoffen, die sich auch in der Beere finden. Es wird in Kosmetikprodukten und als Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Für gewöhnlich werden Früchte aber nicht zu Öl, sondern zu Säften und Marmeladen verarbeitet oder getrocknet. Gerade in Früchte- oder Kräuterteemischungen ist Sanddorn sehr beliebt. Das Wildobst lässt sich aber auch zu „Fasanbrause“, einem Likör, verarbeiten. Wer gerne sehr Saures mag, kann die Beeren auch einfach so essen.