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Spargel aus dem eigenen Garten

In Eigenregie zum Spargelkönig

Wer im Frühjahr Grün- oder Bleichspargel im eigenen Garten stechen will, sollte jetzt noch alle nötigen Vorbereitungen für ein eigenes Beet treffen.

„Stich den Spargel nie nach Johanni“. In der uralten Bauernregel, die vor zu viel Geduld bei der Ernte warnt, geht es um den Johannistag. Der christliche Gedenktag ist Johannes dem Täufer gewidmet und fällt Jahr für Jahr auf den 24. Juni. Er markiert damit nicht nur den Zeitpunkt für die Sommerson-nenwende, sondern auch den letzten Tag im Jahr, an dem das deliziöse Ge-wächs noch gestochen werden kann.

Apropos deliziös: Gemüsespargel – oder Asparagus officinalis – hat eine lan-ge Geschichte als Delikatesse, daher sein royaler Spitzname „Gemüse der Könige“. Wir zeigen, wie man die Spargelaufzucht selbst in die Hand nimmt.

Vorbereitung zahlt sich lange aus

Ist das Beet für den eigenen Bio-Spargel erst einmal angelegt, darf man sich über bis zu zehn Jahre lang andauernden Ertrag freuen. Im Pflanzjahr fin-det dabei noch keine Ernte statt. Erst im dritten Jahr sind die Spargelpflanzen bereit dafür, in höchster Auslastung bis zum sogenannten Johannistag geern-tet zu werden. Versuchsweise ist es dennoch möglich, bereits im zweiten Jahr ein paar Tage lang zu stechen. Übrigens erklärt die lange Vorlaufzeit ei-ner Spargelernte auch den vergleichsweise hohen Preis für das Gemüse.

Wer sich dazu entschlossen hat, im kommenden Frühling Spargel zu pflan-zen, sollte jetzt – zum Jahresende – die Vorarbeit dafür leisten. Und zwar sollte das Beet noch im ausgehenden Jahr, das heißt, vor dem Einset-zen der Jungpflanzen im nächsten Frühjahr, gut vorbereitet werden. Da der Erfolg des Spargelanbaus mit dem Zustand des Bodens steht und fällt, muss dem Erdreich jetzt besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Traumbedingungen: Sand und Sonne

Spargel bevorzugt sandige Böden. Deren geringe Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern, stört den Gemüsespargel im Gegensatz zu vie-len anderen Pflanzen nämlich gar nicht. Diese Eigenschaft teilt sich Spargel mit Karotten, Zwiebeln oder auch Kräutern wie Salbei, Oregano oder Thymi-an.

Grüner Spargel ist im Gegensatz zum Weißen Spargel – auch Bleichspargel genannt – etwas weniger wählerisch. Der Grünspargel kann auch auf leicht lehmigen, feuchteren Sandböden gedeihen. Beide Sorten benötigen aber ei-nen besonders sonnigen Standort.

Die hübschen roten Beeren mit Samenkörnen tragen nur die weiblichen Spargelpflanzen und diese nur im Herbst. 

Tief graben und Schädlingen vorbeugen

Ist dieser warme und sonnige Platz gefunden, sollte das Spargelbeet in ei-nem ersten Schritt möglichst tief umgegraben werden – mindestens aber zwei Spatenlängen tief.

Im April können die Gräben für das Spargelbeet angelegt und mit Bio-Kompost angereichert werden. Wichtig für die Versorgung des Beetes –zusätzlich zum Kompost –  ist auch das Abdecken der Reihen mit einer Mulchschicht. Diese hält den Boden schön locker.

In Reih und Glied

Wie legt man die Reihen im Spargelbeet richtig an? Am besten ist es, zu-nächst die Dimensionen mit dem Spaten grob zu markieren – für die Breite eines Grabens werden 20 bis 30 Zentimeter empfohlen. Genauso wichtig ist es, einen Abstand von ca. 80 Zentimetern zu weiteren geplanten Reihen mit einzuberechnen. Für die Grabentiefe selbst sind 40 Zentimeter ratsam, um ausreichend Platz für das Kompostmaterial zu gewährleisten.

Ist das geschafft, darf der Bio-Spargel endlich in die Erde. Wer seinen Spar-gel lieber selbst aussäen will, anstatt auf gekaufte Bio-Jungpflanzen zu set-zen, sollte ein weiteres Jahr Wartezeit bis zum ersten Eigenertrag einplanen.

Gegen Ende jedes Jahres müssen die Beete vom Laub des Spargels befreit werden, aber erst, wenn die Blätter nicht mehr grün sind. Bleibt das feuchte Laub liegen, lockt es vermehrt Schädlinge ins Spargelbeet. Das anfallende Laub aus dem Spargelbeet sollte deshalb auch besser nicht für die Kompos-tierung verwendet werden. Auf diese Weise kann eine Verbreitung von hart-näckigen Schädlingen, wie beispielsweise der Spargelfliege, im eigenen Gar-ten vorgebeugt werden.

Kein Leerstand dank Zwischennutzung

In der Zwischenzeit kann das Beet im ersten und zweiten Jahr mehrfach ge-nutzt werden. Zwischen den Spargelreihen kann zum Beispiel Bio-Kohlrabi gepflanzt werden. Auch Monatserdbeeren bieten sich für diese Art der Leer-stands-Zwischennutzung gut an.

Hat man sein Spargelbeet mit der nötigen Geduld angelegt, kann der Anbau losgehen. Es lohnt sich. Denn wer das Gemüse der Könige im eigenen Gar-ten erntet, kann sich selbst wie ein König fühlen.