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Dolcefarniente im Biogarten:

Manchmal ist Nichtstun der beste Umgang mit Schädlingen

Der Herbst steht bevor und mit ihm neue Aufgaben im Garten. Unter anderem gilt es, den Garten jetzt noch auf manche Schädlinge zu untersuchen und allenfalls jetzt noch tätig zu werden, um im nächsten Jahr keine bösen Überraschungen erleben zu müssen.

Dennoch ist Nomen nicht gleich Omen. Viele Krabbeltiere werden zwar in der Gartensprache als Schädlinge bezeichnet, können im Biogarten aber unter Umständen einfach ignoriert werden.

Der Name Schädling ist im Grunde irreführend. Ebenso wie jede Pflanze hat auch jedes Insekt eine Funktion im Ökosystem. Besonders Monokulturen fördern die massenhafte Entwicklung einzelner Arten. Der Schaden, den Schädlinge anrichten, wird aus menschlicher Sicht betrachtet und bezieht sich auf eine Minderung oder Beeinträchtigung des Ernteertrags.

Man kann sich aber auch dafür entscheiden, ein paar vom Erdfloh verursachte Löcher in Salatblättern oder an Früchten einfach zu tolerieren und die Ernte trotzdem zu genießen.  

Biologisch gärtnern bedeutet letztendlich auch, nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

Eine Frage der Ästhetik

So bleicht etwa die Thripse die Blätter von Pflanzen zwar stellenweise leicht aus und lässt eine Krankheit vermuten, allerdings ist das kaum mehr als ein ästhetisches Problem. Bei chemisch behandelten Pflanzen hat das Insekt keine Chance, deshalb sind Anzeichen von Thripsen bei Gemüse am Biomarkt ein guter Indikator, dass es sich tatsächlich um biologischen Anbau handelt.

Auch der Blattkäfer verursacht eher ästhetische Probleme und beschädigt die Pflanze nicht schwerwiegend. Daher gilt seine Bekämpfung im Biogarten als Überreaktion. Vor allem an Blättern knabbern die kleinen schimmernden Krabbeltiere gerne und hinterlassen dabei Fraßmuster.

Der Erdfloh ist eine häufig auftretende Untergattung der Blattkäfer. Doch wenn beispielsweise der Rucola kleine, rundliche Löcher aufweist, bei denen lediglich das Blattgewebe abgeschabt ist, macht das wenig, schmecken tut er noch genauso gut.

Nützling oder Schädling?

Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Nützling und Schädling. So zum Beispiel bei der Amsel. Sie frisst gerne Krabbeltiere, die sich über den Salat hermachen. Doch auch frische Kirschen schmecken ihr. Deshalb hängt es häufig davon ab, was im Garten wächst, ob ein Gartenbewohner als Schädling oder Nützling einzustufen ist.

Auch Ameisen werden gelegentlich als Schädlinge bezeichnet, da sie die Lausvermehrung fördern. Für die Ameisenkolonie bietet die Ausscheidung der Blattlaus, der Honigtau, ein gefundenes Fressen. Deshalb verteidigen sie gerne ihre Versorger gegen Feinde. Das bedeutet allerdings nicht, dass man Ameisen verjagen soll. Sie zählen zu den Müllmännern im Garten und beseitigen totes Getier oder fressen Blattkäferlarven und Falterraupen.

 

Feuerwanzen werden ebenfalls fälschlicherweise manchmal als Schädlinge eingestuft. Im Frühling kriechen sie oft massenhaft aus ihrem Winterschlaf und erwecken durch ihren feuerroten Panzer bei dem Beobachter einen bedrohlichen Eindruck. Zwar naschen sie gerne an Pflanzensamen, dennoch ist eine Bekämpfung des Lästlings meist nicht notwendig.

Ausgleichende Gerechtigkeit

Auch wenn es einige Schädlinge im Biogarten gibt, die durchaus verheerenden Schaden anrichten können und daher in einem Nutzgarten auch bekämpft werden sollten: Langfristig ist Artenvielfalt die beste Vorsorge. Wenn man Nützlinge wie Marienkäfer, Spinnen oder Igel willkommen heißt, ist man auf dem besten Weg zu einem robusten Biogarten, in dem sich vieles selbst regelt.