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Perspektivewechsel

Turmbau und hängende Gärten

Manchmal muss man bei Platzmangel einfach nur die Perspektive wechseln: Mit dem Trend Vertical Gardening wird der Bio-Gemüsegarten kurzerhand in die Vertikale verlegt. Folgende Senkrechtstarter für Topf und Co. gehen sich auch auf Balkonien sehr gut aus.

Längst nicht mehr nur Deko

Selbst gepflückt schmeckt anders. Wer auch nur ein wenig Außenfläche ein eigen nennen oder bewirtschaften kann und für gesundes Bio-Obst auf weite Wege verzichten möchte, wird an der Idee des vertikalen Gärntners schnell Gefallen finden.

Der Vertical Garden – auch Wandgarten genannt – wurde von dem französischen Tropenbotaniker Patrick Blanc erfunden und repräsentierte zunächst hauptsächlich kunstvolle Blumen- und Pflanzenarrangements – eben in der Senkrechten. Längst hat man die Erfahrung gemacht, dass sich die etwas andere Perspektive auch für die Bestellung von Gemüsebeeten auf engstem Raum eignet.

Patrick Blanc; Bild: Pascal Heni

Gut fürs Stadtklima, gut für den Gaumen

Eine schöne Entwicklung, die im urbanen Raum nicht nur bei der Verbesserung der Luftfeuchtigkeit mithilft. Mit der vertikalen Gartenphilosophie kann man im Falle einer geringen horizontalen Quadratmeteranzahl auf Balkonien auf die nutzbare Höhe setzen.

So steht der spontanen Bio-Gemüseernte am eigenen Balkon fast nichts mehr im Wege. Lediglich wie man das vertikale Gärtnern im Detail angehen möchte, muss man sich noch überlegen. Das Internet kennt sehr viele Ausprägungsformen, die sich aber nicht unbedingt alle für den biologischen Anbau eignen.

Materialien, die dafür sehr gut funktionieren, sind vor allem umfunktionierte Paletten, alte Holzmöbelstücke oder selbstentworfene Turmkonstruktionen, in denen die Pflanzen das vertikale Wachsen beginnen können.

Hoch hinaus: Der Erdbeerturm

Besonders simpel funktionieren vor allem Türme – wie zum Beispiel der Erdbeerturm. Der hägende Erdbeeranbau hat mindestens zwei bestechende Vorteile: Erstens erreichen die Schnecken die Erdbeeren nicht so leicht, zweitens müssen die Früchte nicht durch unterlegen von Stroh oder Vlies davor geschützt werden, Fäulnis und Druckstellen zu entwicklen.

Und so geht’s:

Das Fundament des Erdbeerturmes besteht aus einem Tontopf. Es gibt eine Variante, bei der die Töpfe dann auf einer Eisenstange „aufgefädelt“ werden und eine, bei der die Töpfe gestapelt werden. Wir zeigen Zweitere:

Man braucht dafür je nach gewünschter Größe vier bis 6 Tontöpfe, alte Behältnisse (für die Statik des Turmes), Bio-Erde und Erdbeerableger. Im Stapelprinzip beginnt man für das Fundament des Turmes mit dem Topf, der den größten Durchmesser hat. Zuerst stellt man in diesen – kopfüber – ein Gefäß (das später nicht mehr sichtbar sein wird).

Kurz gesagt, braucht es für jeden Topf im Inneren ein kleines Podest, worauf wiederum der nächstkleinere Tontopf gestellt werden kann. Diese nicht zu sehenden Helfer sichern die Standhaftigkeit des Erdbeerturmes von innen. Der große Tontopf wird als erstes mit Erde befüllt – bevor man den nächsten Topf darauf setzt usw. ...

Steht der fertige Turm (und ist mit der Erde befüllt), setzt man ganz zum Schluss nun die Erdbeerpflanzen bzw. Erdbeerableger ein und braucht sich ab jetzt nur mehr ums Gießen und Düngen kümmern.

 

Aus alt mach grün: Kräutergarten meets Euro-Palette

Hat man zwar schon des Öftern gesehen, die Europalette bleibt mit diesem gewissen Extracharme trotzdem einer der ertragreichen Klassiker im vertikalen Gemüsegarten. Wichtig für die Verwendung von Holzpaletten, wie sie unter anderem in Baumärkten erhältlich sind, ist es diese mit ausreichend wasserspeicherndem Vlies auszukleiden, bevor sie mit Erde befüllt werden.

Sämtliche Zwischenräume der Palette werden dabei mit der Hinterseite beginnend (und am Boden liegend) mit dem Vlies ausreichend verkleidet (also bespannt und mit Heftklammern fixiert). Nur die Vorderseite wird – für die Pflanzen – davon ausgespart. Dann kann das neue Zuhause für den kleinen Kräutergarten auch schon vertikal aufgerichtet, mit Erde befüllt und von Rosmarin, Thymian & Co. bezogen werden.

Shabby Chic und Bio: Ein neuer Garten im alten Möbel

Wer weniger geschickt ist oder aus Prinzip nicht zu Nagel und Hammer greifen will, kann auch ein altes Regal oder eine Leiter als (vom Niederschlag geschütztes) Centerpiece aufstellen und als neue Stätte für die eigenen Bio-Kräuter am Balkon nutzen. Ist für den kulinarischen Genuss zwar unwichtig, aber: Ein neuer Anstrich bewirkt hier viel fürs Auge.

Salatbeete für die alte Regenrinne!

 

Auch beliebt – und durch das visuelle Zusammenspiel von Metall und grünem Pflanzengut eben ein ziemlicher Hingucker – ist das Beet in der Regenrinne. Ob einzeln oder in mehreren Reihen angebracht, passen die Rinnen besonders platzsparend an Balkoniens Außenwand.

Besonders wichtig ist es, bei der Verwendung alter Regenrinnen nicht zu vergessen, alle paar Zentimeter Löcher für abfließendes Wasser zu bohren, damit sich keine Staunässe bilden kann. Für die Bepflanzung sind vor allem Kopfsalat und andere Salatsorten geeignet.

Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit Vertical Gardening auf kleinstem Raum gemacht? Wir freuen uns über eure Ideen und Eindrücke!