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Warum zwei 17jährige auf Kohlrabi stehen (müssen)

Coole Jungs am heißen Dach



Ich dachte immer, die Lust am Gärtnern kommt erst mit dem Alter. Nicht so bei Manuel und Moritz. Die beiden pflegen voller Begeisterung einen Schulgarten am Dach – auch in den Ferien, wo andere im Bad liegen.  

Und das kam so: Das Dach des Reithmanngymnasiums dient als Pausenraum. Bereits im vergangenen  Jahr wurden Pflanzkübeln, Erde und eine Bewässerungsanlage angeschafft. Die heurige Biologie-Schwerpunkt-Klasse nutzte die vorhandene Infrastruktur. Im Frühjahr setzten Manuel, Moritz und ihre 20 Schulkollegen Erdäpfel, Kohlrabi, Paradeiser und Paprika in die 84 Tröge. Die Jungpflanzen wurden aus der eigenen Tasche bezahlt. Bis zum Schulschluss erledigten sie alle notwendigen Pflegearbeiten gemeinsam. Da sich der Schulgarten aber weigerte, ebenfalls in Ferien zu gehen, übernahmen die beiden Burschen kurzerhand die Betreuung. Aus zwei Gründen: Sie wohnen ganz in der Nähe der Schule und sie haben beide ein unglaublich grünes Händchen. Seit dem treffen sich die zwei einmal pro Woche am Dach.

In nächster Zeit wird das wohl öfter werden, denn sie hatten Besuch von Gartenbauexpertin Andrea Heistinger. Die Profigärtnerin begleitet alle Teilnehmer des Urban Gardening Bewerbes und gibt Tipps und Tricks. Und Manuel und Moritz lauschten wissbegierig und eifrig.

Als Sofortmaßnahme wurden die Tröge mit den Paradeisern und Paprika gedreht. Paprika brauchen viel mehr Licht als Tomaten – also ab mit ihnen in die Sonnenseite. 



Einige wenige Paradeiser haben die Blütenendfäule abbekommen – sehr zum Leidwesen der beiden Junggärnter. „Überhaupt kein Problem“, meint Andrea. Ist nicht angsteckend auf den Rest der Pflanze, die Früchte bleiben ein  bisschen kleiner und können auch noch verspeist werden. Und sie macht Mut: „Vergesst`s die Bilder auf den Etiketten! Selbst Profis bringen die Früchte nicht so hin. Das macht Photoshop.“

Viel Arbeit steht den beiden mit den Kartoffeln bevor. Die kämpfen mit den Bedingungen am Dach: heiß, Sonne den ganzen Tag und warme Abstrahlung vom Beton selbst in der Nacht. Manuel und Moritz werden versuchen, mit Unkräut Jäten, Düngen, Erde Lockern und Anhäufen zu retten, was zu retten ist. Mit einer Großernte rechnen sie ohnehin nicht mehr. Dafür setzen sie in den nächsten Tagen Salatpflanzen an. Der ist erntereif, wenn die Schule wieder beginnt und macht Freude im üppig gefüllten Trog. Dank eines Anrufes von Andrea stellt eine Innsbrucker Gärtnerei Jungpflanzen zur Verfügung. 


Dann gibt’s noch den Kohlrabi, dem hat`s am Schuldach total getaugt und er ist fertig zum Essen. Manuel und Moritz haben hier wieder eine große Aufgabe vor sich: 30 Stück Kohlrabi für jeden – in einer Woche! Moritz nimmt`s gelassen: „Ah, den kriegen wir schon weg.“ Eh klar, da steckt ja ganz viel Liebe im eigenen Gemüse. Mein Tipp Mädls: Haltet euch an die beiden mit dem grünen Daumen! Die sind in der Schüler-Hierarchie ziemlich aufgestiegen!

Alles Gute für euren Garten, Manuela Schürr