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– Wenn Grünzeug sich nicht grün ist

Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht

Die Anordnung der Bio-Pflanzen sollte durchdacht sein. Denn wer bei der Bepflanzung der Beete und Töpfe darauf achtet, dass die Obst- und Gemüsepflanzen und Kräuter einander nicht in die Quere kommen, steigert seine Chancen auf ein gutes Erntejahr.

 

Gartenplanung: Wer verträgt sich?

Auch bei Pflanzen wirkt sich die Umgebung von geliebten bzw. ungeliebten Nachbarn auf die Physis aus. Passen zwei nicht zueinander, hemmen sie gegenseitig ihr Wachstum, und das Risiko für Erkrankungen und Schädlingsbefall steigt.

Im Idealfall allerdings zieht der eine die Nährstoffe aus dem Boden, die der andere nicht braucht oder gar an den Boden abgibt und die Schädlinge, die eine Pflanze bedrohen, werden vom pflanzlichen Nachbarn vertrieben.

Geh mir aus der Sonne!

Pflanzen, die sich vertragen, nehmen sich bei ausreichendem Pflanzabstand weder gegenseitig das Sonnenlicht weg, noch konkurrieren sie um Platz zum Wurzeln. Aber von Anfang an: Die einfachste Unterscheidung ist die nach unterschiedlichen Bodenbedürfnissen. Wer Heidelbeeren, Preiselbeeren oder etwa Johannisbeeren ernten möchte, braucht ein Moorbeet, das heißt saure und nährstoffreiche Erde, die stets gut mit Feuchtigkeit versorgt wird.

Der dortige PH-Wert ist allerdings zu niedrig für die Gemüsepflanzen und auch für die meisten Kräuter und Obstbäume. Im Gemüsegarten sollte der pH-Wert etwa zwischen 6 und 7 liegen, welcher Wert ideal ist, hängt auch von der Bodenzusammensetzung ab, also davon, wie das Verhältnis von Lehm, Löss und Sand im Boden ist.

Fruchtfolge oder Fruchtwechsel?

Die Fruchtfolge bezeichnet, wie übrigens auch der Fruchtwechsel, eine über die Jahre aufeinander abgestimmte Bepflanzung eines Fleckchen Erdes. Innerhalb der Töpfe, Pflanzkisterl und Beete kann dann durch einen Fruchtwechsel dafür gesorgt werden, dass die Nährstoffe im Boden bestmöglich genützt werden: Und zwar indem sogenannte Starkzehrer dort angepflanzt werden, wo in späteren Jahr Mittelzehrer und dann Schwachzehrer folgen. Es ist also sinnvoll, in einem Plan zu notieren, in welchem Beet welche Pflanzen angebaut werden.

Die anspruchsvollsten Pflanzen, die dem Boden die meisten Nährstoffe entziehen, sind beispielsweise Gurken, Erdäpfel, Kohl, Kürbis, Lauch, Rhabarber, Paradesier oder Zucchini. Sie werden also zuerst gepflanzt und zusätzlich auch gedüngt.

Nach der Ernte folgen dort dann die Mittelzehrer wie Endivie, Kopfsalat, Kohlrabi, Mangold, Melanzani, Melone, Karotte, Rettich, Radieschen, Paprika, Rote Rübe, Schwarzwurzel und Stangenbohne.

Schwachzehrer sind beispielsweise Buschbohnen, Erbsen, Knollenfenchel, Zwiebel, Spinat, Vogerlsalat und Kräuter. Sowohl die Mittelzehrer als auch die Schwachzehrer vertragen ein wenig Kompostdüngung.

Mischkultur

Alternativ und idealerweise sogar ergänzend zur Fruchtfolge werden Beete oder Beetabschnitte in Mischkultur bepflanzt. Bestimmte Gemüse-, Obst- und Kräutersorten werden abwechselnd nebeneinander gepflanzt. Diese Mischkulturen werden wiederum in einer Fruchtfolge von Jahr zu Jahr getauscht.

Die Zusammensetzung solcher Mischkulturen hängt davon ab, welche Pflanzen Schädlinge und Nützlinge  anziehen und fernhalten, und wie einander die Pflanzen in den Nährstoffen, die sie dem Boden entziehen, und jenen, die sie an den Boden abgeben, ergänzen.

Die Gartenpflanzen sollten außerdem keinen Überlebenskampf um Licht, Wasser und Wurzelraum ausfechten müssen, wenn sie schnell wachsen und reich tragen sollen. Um dem Rechnung zu tragen, sollte vor allem auf Wuchshöhe und Lichtbedürfnisse geachtet werden und darauf, welche Pflanzen dazu tendieren, beim Wurzeln auszuufern. Diesen sollte von Anfang an mehr Platz eingeräumt werden.

Auf gute Pflanzennachbarschaft!

Die meisten Pflanzen vertragen sich zumindest so weit, dass es zu keinen Nachbarschaftsstreitereien kommt. Wir beschränken uns daher auf einige, die einander besonders gut verstehen und gegenseitig helfen:

  • Erbsen und Karotten wirken wachstumsfördernd aufeinander;
  • Karotten und Zwiebeln halten sich gegenseitig jeweils Karottenfliege und Zwiebelfliegen vom Hals;
  • Knoblauch schützt Erdbeeren vor Erdbeermilben und Grauschimmel;
  • Knoblauch schützt Kräuter, Gurken und Karotten vor Mehltau, wirkt bakterizid und fungizid;
  • Bohnenkraut schützt Bohnen vor Bohnenläusen;
  • Paradeiser schützen Kohl und Sellerie vor Kohlweißlinge und Kohlfliegen;
  • Borretsch (auch Gurkenkraut genannt) lockt für Gurken bestäubende Insekten an;
  • Basilikum schützt Paradeiser, Gurken und Kohl vor Mehltau und weiße Fliege;
  • Tagetes, auch als Studentenblumen bekannt, vertreiben die schädlichen unter den Nematoden (kleiner Fadenwürmer, die sich von den Wurzeln oder den Stängeln der Pflanzen ernähren und diese so zum Absterben bringen) und schützen vor Viren und weißen Fliegen;
  • Ringelblumen vertreiben Nematoden und Drahtwürmer;
  • Kerbel schützt Salat vor Läusen;

Schlechte Beetnachbarn sind jene Pflanzen, die einander gegenseitig schaden oder einschränken, z. B.:

  • Gurken & Paradeiser
  • Erbsen & Buschbohnen
  • Tomaten & Erdäpfel
  • Karotten & Rote Rüben
  • Zwiebeln & Bohnen sowie Brokkoli und Erbsen
  • Kraut & Zwiebeln
  • Kraut & Knoblauch
  • Porree & Bohnen
  • Bohnen & Knoblauch
  • Gurken & Radieschen

Teilt eure Erfahrungen darüber, welche Pflanzen gut nebeneinander gedeihen, mit uns!