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Ernten, was man sät

Teil 2: Direktaussaat

Eigenes Bio-Gemüse und -Obst, selbst gesät und gezogen ­­– schmeckt einfach besser, behaupten die, die es ausprobiert haben. Nach dem Guide zur Vorzucht auf dem Fensterbankerl nun Tipps zur Direktaussaat im Freie.

Aussaat für Bequeme

Noch nicht im März und April begonnen, Gemüsepflanzen drinnen vorzuziehen und die Fesnterbankerl in einen Gemüsedschungel zu verwandeln? Es ist noch nicht zu spät, viele Sorten können nun – nachdem wir in den letzten Tagen noch Frostnächte hatten – direkt ins Freie gesät werden, dort, wo auch später geernet wird. Kleiner Vorteil am Rande: Man spart einiges an Pikier- und Umtopfarbeit!

Zwar bedeutet Direktsaat geringeren Arbeitsaufwand, allerdings sollte man auch hierbei auf ein paar Gärtnertipps achten. Ein erster wichtiger Schritt ist die richtige Wahl des Bio-Saatguts. Am besten vorher zuhause überlegen und planen, welche Sorten man anpflanzen will, da man im Freilandbeet auch einige Kulturen kombinieren kann!

Welche Sorten mögen es eher direkt?

Für die Direktaussaat eignen sich vor allem Bohnen, Wurzelgemüse wie Radieschen und Karotten oder Blattgemüse wie beispielsweise Salat. Nun heißt es, ab ins Beet! Je nach gewählter Gemüseart sollte genügend Platz für die Pflanzen einkalkuliert werden, daher sollte das Beet ausreichend groß, jedoch für den Gärtner noch zugänglich sein.

Bei der Direktsaat ist die Vorbereitung des Bodens essenziell. Dieser sollte aufgelockert werden, jedoch noch genügend Festigkeit aufweisen, um den Kontakt mit der tieferen, wasserführenden Erdschicht zu ermöglichen. Er sollte regelmäßig auf Schädlinge kontrolliert werden, idealerweise wird im Vornherein ein Schneckenzaun angelegt. Denn Schnecken lieben vor allem junges Triebe und Pflänzchen.

Auch wenn die behausten Exemplare oft entzückend anmuten, im Salatbeet sind Schnecken gnadenlos. Bild: Metropolico.org, Flickr.

In Grund und Boden

Wer sich für den Anbau von Salat entschieden hat, sät dessen Samen in tiefgründig gelockerten Boden, idealerweise in das sonnigste Beet. Die Pflanztiefe ist von der jeweiligen Salatsorte abhängig, Kopfsalat sollte zum Beispiel immer hoch gepflanzt werden und der Wurzelhals nicht mit Erde bedeckt sein. Besonders anfangs braucht Salat regelmäßig Wasser, bis die ersten festen Blätter zu sehen sind. Ab diesem Zeitpunkt sollte er nur noch an der Erdoberfläche gegossen werden. Bei erfolgreichem Wachstum kann der Salat schon acht bis zehn Wochen nach der Aussaat geerntet werden.

Auch Radieschen kann man optimal direkt aussäen, am besten ebenfalls in sonniger Lage. Bei diesem Wurzelgemüse ist die Pflanzentiefe zu beachten, denn die Samen sollten nicht tiefer als einen Zentimeter und mit einem Abstand von vier bis fünf Zentimetern in die Erde gesät werden. Radieschen müssen gleichmäßig feucht gehalten werden, denn bei wechselnder Feuchtigkeit neigen die Knollen zum Platzen oder erhalten später einen unangenehm scharfen Geschmack.

Sobald Radieschen-Keimlinge erste Blättchen ausgebildet haben, muss die Pflanzenreihe ausgedünnt werden, also nur noch die kräftigsten Pflanzen im Abstand von zehn Zentimetern im Beet dürfen bleiben. Nach etwa acht Wochen, wenn die Radieschen kirschgroß sind, sollten diese geerntet werden.

Jedes Böhnchen ...

Ob Buschbohnen oder Fisolen, der grüne Klassiker erfüllt jenseits der Erntezeiten durch seinen rankenden Wuchs auch eine dekorative Funktion. Da Buschbohnen sehr kälteempfindlich sind, sollten mit der Aussaat die Eisheiligen (Mitte Mai) abgewartet werden. Und: Die Samen vor dem Säen am besten 24 Stunden in Wasser quellen, damit diese schneller keimen.

Bei Bohnen empfiehlt sich die Reihensaat, wobei der Abstand zwischen den Samen innerhalb der Reihe etwa acht, zwischen den Reihen rund 35 bis 40 Zentimeter und die Pflanzentiefe rund zwei Zentimeter betragen sollte.

Während des gesamten Wachstums darf die Pflanze nicht überwässert werden: Buschbohnen benötigen nicht viel Wasser. Austrocken dürfen sie allerdings auch keinesfalls, da die Früchte möglicherweise sonst vorher abgeworfen werden. Buschbohnen können von Juli bis Oktober geerntet werden, dabei muss man die Triebe bei Bohnen besonders vorsichtig behandeln, um sie nicht zu verletzen.

Viele weitere Gemüsesorten, wie etwa Chinakohl, Kürbis oder Spinat können ab Mai direkt gesät werden. Grundsätzlich gilt für alle Gemüsesorten, die direkt im Freien ausgebracht werden: Auf ausreichend Abstand zwischen den Samen achten, Pflanzen niemals überwässern, gleichzeitig aber vorm Austrocknen schützen. Somit steht einer reichen Ernte in ein paar Wochen nichts mehr im Wege. Und das ohne Vorzucht und Pikieren.