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Ernten, was man sät

Teil 1: Vorzucht

Eigenes Bio-Gemüse und -Obst, selbst gesät und gezogen ­­– schmeckt einfach besser, behaupten die, die es ausprobiert haben. Ein kleiner Guide zur Samenvorzucht, damit aus dem Bio-Saatgut auch möglichst viele reich tragende Stauden oder prächtige Kräuterstöcke werden.

Schön wär’s, wenn aus jedem gesäten Tomatensamen eine prächtige Tomatenstaude mit vielen Früchten wachsen würde, die uns keiner streitig macht. Doch nicht alle Samen keimen, manche Jungpflänzchen fallen Wind und Wetter oder Vögeln und Schädlingen zum Opfer. Vielleicht vergisst auch der gewissenhafte Gärtner einmal aufs Gießen – und dann gibt es ja auch noch die Schnecken. Wir haben allerdings Tipps dazu, was man bei der Vorzucht von Bio-Samen im Frühling beachten sollte, damit möglichst viele Samen auch zu tragenden Pflanzen heranwachsen.

Welche Samen gedeihen eher in Vorzucht?

Wer nicht allzu risikoaffin ist, zieht manche Samen wie Zucchini, Melanzani, Fenchel, Mangold, Salat, Gurke, Paradeiser, Paprika, Chilis oder auch Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie drinnen vor. Fensterbankerl auf. Jetzt ist die Sonneneinstrahlung auch auf der Fensterbank schon stark genug, um Pflanzen vorzuziehen, die erst nach dem letzten Frost nach draußen gesetzt werden.
Wer einen zu dunklen Standort wählt, riskiert, dass die Sämlinge nur dünne Stängel mit fahlen Blättern bilden, was unter Gärtnern auch Vergeilung genannt wird. Grobes Saatgut wie das von Tomaten lässt sich problemlos in Blumentöpfen ansäen, feines Saatgut sollte lieber in Schalen gestreut werden, die kräftigsten der daraus wachsenden Sämlinge werden später ausgesucht und –  mit größeren Abständen zwischen den Sämlingen – umgepflanzt, also „vereinzelt“.


Getrocknete Samen einer einzigen Tomate. Bild: Chrys Omori, Flickr

Damit die Gartenarbeit auf fruchtbaren Boden fällt . . .

. . . sollte spezielle Aussaaterde verwendet werden, da diese zwar für die Pflanze wichtige Nährstoffe enthält, aber nicht zu nährstoffreich ist. Die Begriffe Aussaterde und Anzuchterde bezeichnen übrigens dasselbe. Man kann die Erde natürlich auch selbst mischen – Bio-Gärtner Karl Ploberger rät zu einer Erdmischung aus selbst gesammelter Maulwurferde (Erde der Maulwurfshügel), Anzuchterde aus der Packung und Quarzsand.
„Alle Teile gut mischen. In die Schalen gibt man am Boden eine Schicht Sand und die Abzuglöcher werden mit einem Tonscherben abgedeckt, damit sie nicht durch Erde verstopft werden können“, so der Profi. Wer keinen Maulwurf als Gartengast hat und keine Erde kaufen möchte, kann aber auch die Erde aus dem eigenen Garten nehmen und sie mit Kompost und Sand mischen.

Beet, Erde und Samen – was nun?

Die Lichtkeimer unter den Samen wie Dill oder Kresse werden nur auf die Erde gestreut, da sie für den Keimimpuls eine größere Lichtmenge als – der Namen lässt es ahnen – Dunkelkeimer benötigen. Diese lichtbedürftigen Samen werden sanft in die Erde gedrückt und schließlich mit einer dünnen Sandschicht übersiebt.
Die meisten klassischen Gemüsesamen wie die von Tomate, Kürbis oder Paprika gehören allerdings zu den Dunkelkeimern, die mit einer ausreichend dicken Erdschicht bedeckt werden sollten. Wenn genug Lichteinfall vorhanden ist, stelle deine Anzuchtkästen am besten auf die Fensterbank und decke diesen – beispielsweise mit Folie oder einer Glasscheibe – zu, um die Sämlinge vor trockener Zimmerluft zu schützen. Die Samen sollten nun angegossen und im weiteren Verlauf mäßig feucht gehalten werden, die Erde darf weder zu nass sein noch austrocknen. Beschriften nicht vergessen, damit später beim Umpflanzen in Töpfe oder Beete Rücksicht auf die Standort-Bedürfnisse der Pflanzen genommen werden kann.


Bild: Iain Watson, Flickr

Pikieren und ab nach draußen

Haben die Samen erstmals ausgetrieben und sind auch schon Blättchen zu erkennen, brauchen deine Pflänzchen unbedingt ausreichend Wurzelraum und Licht. Deshalb sollten diese pikiert, also in größere Töpfe umgesetzt werden. Dabei werden die Pflänzchen mit circa fünf Zentimetern Abstand umgepflanzt und ausreichend gegossen, um ein gesundes Wurzelwachstum zu ermöglichen.

Auch wenn die ersten Sonnenstrahlen nach draußen locken, sollte man sicherheitshalber die „Eisheiligen“ Mitte Mai abwarten, bevor die Pflanzen ins Freie kommen. Denn haben diese lange auf der Fensterbank gestanden, vertragen sie weder plötzlich hohe Sonneneinstrahlung noch niedrige Temperaturen. Schütze deine Pflanzen daher mit einer Abdeckung vor zu viel direkter Sonne und gieße sie mit temperiertem Wasser.



Bild: Sean Winters, Flickr