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Urban-Gardening-Help:

Was tun gegen die Weiße Fliege?

Wir sind an der wortwörtlich heißen Phase des Urban-Gardening-Wettbewerbs angekommen und uns erreichen Fragen über Fragen. Wir sammeln sie und wenden uns unter dem Motto “Urban-Gardening-Help” an Agrarwissenschafterin Andrea Heistinger. Heute widmen wir uns der lästigen Weißen Fliege:

Kenne deinen Feind!
Die sogenannten Weißen Fliegen (Trialeurodes vaporariorum) sind eigentlich gar keine Fliegen, denn sie gehören zu den Mottenschildläusen, die eng mit den Blattläusen und Schildläusen verwandt sind. Ursprünglich in den tropischen und subtropischen Regionen Amerikas beheimatet, wurde die Weiße Fliege vor 140 Jahren nach Großbritannien eingeschleppt und von dort aus weltweit verbreitet. Seit etwa 1979 zählt sie zu den wichtigsten Schädlingen im Unter-Glas-Anbau.

Die Weiße Fliege ist etwa 2 Millimeter lang, geflügelt und mit weißem Wachsstaub bepudert. Bei höheren Temperaturen (Mai, Juni, Juli) kann es zu einer explosionsartigen Vermehrung und Ausbreitung kommen.

Sowohl die Larven wie auch die ausgewachsenen Tiere schädigen die Pflanze durch ihre Saugtätigkeit (Entzug von Zellsaft), aber vor allem durch die Ausscheidung von Honigtau. Besonders gerne labt sich die Weiße Fliege an Tomaten und Gurken, aber auch an zahlreichen Zierpflanzen.

Wehre den Anfängen!
Wichtigste Behandlungsmaßnahme ist die Früherkennung: Ein Befall ist relativ einfach festzustellen, denn die erwachsenen Tiere halten sich hauptsächlich auf den obersten Blättern der Pflanzen auf. Diese einfach Schütteln und die Tiere fliegen auf!

Präventive Maßnahmen sind wie immer das Wichtigste im Bioanbau: Pflanzen – vor dem Einkauf – auf einen Befall kontrollieren. Ebenso Pflanzen, die man Indoor überwintert hat (zum Beispiel mehrjährige Chili), bevor man sie wieder zu den anderen auf den Balkon stellt. Im Freien kann die Weiße Fliege nicht überwintern.

Lass dir von natürlichen Mechanismen helfen!
So lange die Population der Tiere noch klein ist, können die Tiere mit einfachen „Gelb-Tafeln“ – beleimte gelbe Etiketten – abgefangen werden. Die gelbe Farbe zieht die Weißen Fliegen genauso wie Trauermücken und andere Schädlinge an, die dann darauf kleben bleiben.

Auch der Einsatz von Nützlingen ist sehr erfolgreich. Die Schlupfwespen Encarsia formosa können – wie auch die „Gelb-Tafeln“ – einfach im Internet bestellt werden. Alternativ kann am Biobalkon ein anwendungsfertiges Sprühmittel gegen Blattläuse auf Kaliseifenbasis eingesetzt werden.
Noch Gartenfragen offen? Schickt uns eure Fragen auf Facebook oder an: bio-office(at)ama.gv.at