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Unsere Urban-Gardener:

Volkmar will die Welt zu retten!

Wir stellen die euch die weiteren TeilnehmerInnen des Urban Gardening Wettbewerbs vor. Volkmar Geiblinger tüftelt am „schnellsten Weg zur Rettung der Welt“, wie er sagt.

Im Rahmen seiner Filmproduktionsfirma versuchte Volkmar, innovative grüne Technologie zu fördern, doch das war ihm nicht genug. Eine persönliche Krise und ein Film machten ihn zum Gärtner. Seine Pläne führen ihn noch weiter . . .

Das Gießen ist des Gärtners Graus:

Als Kameramann reist Volkmar viel und war bis vor Kurzem frustriert davon, dass bei jeder Rückkehr von einer auch nur zweitägigen Reise viele seiner Pflanzen, die auf seinen Fensterbänken und an der Außenfassade wachsen, vertrocknet waren.

„Ein ordentliches Bewässerungssystem muss her“, dachte er sich und probierte von Zeitschaltuhren bis zur Tröpfchenbewässerung einiges aus. Doch nichts konnte Volkmars Anspruch der temperaturunabhängig funktionierenden Regulierung genügen.

„Ich mach mir ein Grundwasser“:

Auf seiner Suche nach dem optimalen Bewässerungssystem beschäftigte er sich mit Permakultur und orientierte sich an der Natur: „Mir ist bewusst geworden, in der Natur funktioniert das über den Grundwasserspiegel und ich habe mir gedacht: Ich mach mir ein Grundwasser!“, erzählt Volkmar lachend.

Nichts versorgt Pflanzen so gut wie sie sich selbst:

Von einem 75 Liter fassenden System aus Kanistern wird zwei Mal täglich Wasser über eine Zeitschaltuhr in die Böden seiner Blumentröge gepumpt. Volkmar hat über den Böden durchlöcherte zweiten Böden eingezogen und ein wurzelundurchlässiges Vlies eingebaut, um die Wurzeln vor Staunässe zu schützen.

Die Pflanzen können sich dank Kapillarwirkung selbst so viel Wasser ansaugen, wie sie möchten. Bevor der Wasserstand den Zwischenboden überschreiten kann, fließt es ab und zurück in den Kanisterkreislauf. Mindestens eineinhalb Wochen lang können seine Pflanzen so auch im Sommer versorgt werden, ohne dass jemand Wasser nachfüllt.

Nachbarschaftshilfe auf Leitung 1:

Volkmars Fensterbankerlgarten expandiert – die dazugehörenden, an der Außenfassade montierten Blumenkisterln haben nicht von Beginn an alle begeistert. Für seine skeptische Hausverwaltung hat Volkmar eine Fotomontage angefertigt, die zeigt, wie sein Fensterbankerlgarten sich zum Fassadengarten weiterentwickeln könnte.

Eine Nachbarin hat Volkmar schon überzeugt, sich seinem Bewässerungssystem anzuschließen. Demnächst kann sie Wasser ins gemeinsame System nachfüllen, wenn Volkmar länger als zehn Tage verreisen möchte und umgekehrt.  

Die älteste Weisheit aller Zeiten:
Die Fensterkästen- und Fassadenbegrünung ist Volkmar wichtig: um ein Zeichen zu setzen für natürliche Wärmedämmung, als Beitrag zum Stadtklima, aber auch als Spielwiese fürs Experimentieren im Bereich Permakultur.

Denn seit er den Film „Greening the Desert“ gesehen hat – und den sollte, wenn es nach Volkmar geht, jeder gesehen haben – hat er Hoffnung für die Zukunft des Humus dieser Welt geschöpft: „Wenn nur die Hälfte dessen stimmt, was in diesem Film behauptet wird, dann will ich das machen.“

Die Lösung ist das Problem:

Der Name Permakultur ist etwa sieben Jahrzehnte alt und bezeichnet Wissen, das laut Volkmar immer schon bekannt war, aber teilweise in Vergessenheit geraten ist. Die Grundprinzipien fasst er folgendermaßen zusammen: „Nimm, was da ist! Das Problem ist die Lösung!“

Das heißt für eine landwirtschaftliche Nutzfläche, dass Umweltbedingungen – etwa viel Wind, Kälte oder karger Boden – berücksichtigt und durch den Anbau von Pflanzen, die davon profitieren, genutzt statt blind bekämpft werden sollen. Und zwar am besten durch Mehrfachnutzung.

Wasser-, stoß- und staubfest:
Einen echten Wald haut so schnell nichts um, meint Volkmar. Er bezieht sich auf den Urwald und erklärt, dieser sei durch natürliche Ereignisse kaum zerstörbar – weder Feuer, Wasser noch Erdbeben würden diesen als Ökosystem gefährden.

Der Wald ist das Vorbildsystem der Permakultur und Volkmar ist davon überzeugt, wenn Nutzpflanzen nach diesem Modell gepflanzt würden, ergebe das den maximalen Ertrag, der auf einer Fläche zu erwirtschaften ist.

Für immer und ewig
Dieser Überzeugung folgend hat der Kameramann in den vergangenen zwei Jahren Ausbildungen in Permakultur absolviert und jüngst mit seiner Partnerin Nicole einen Bauernhof erworben, um eine Permakulturlandwirtschaft zu betreiben.

Es liege noch sehr viel Arbeit vor Volkmar und Nicole, bis die beiden auf dem Hof leben könnten, sagt er. Das Ziel jedoch sei klar: Ein Schaubetrieb, der zeige, dass man auch ohne langjährige Ausbildung und Erfahrung Permakulturlandwirtschaft betreiben kann.