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Der Obstbaumschnitt:

So schneidest du gut ab

Je nach Lebensalter und Entwicklung eines Obstbaums unterschiedet man vier Schnittarten: Pflanzenschnitt, Erziehungsschnitt, Erhaltungsschnitt und Verjüngungsschnitt. Mit diesen vier Schnittarten gelingt es, die Krone aufzubauen, die Blütenbildung zu fördern und die Fruchtbarkeit zu erhalten bzw. wiederzuerlangen. Für den Obstbaumschnitt benötigt man eine Gartenschere, eine Astschere, eine Astsäge sowie Handschuhe.

Allgemein gilt:
Je stärker ein Zweig eingekürzt wird, desto kräftiger ist der Neuaustrieb, auf Kosten der Blütenbildung. Wer mehr Blüten auf den Bäumen möchte, kürzt die Triebe weniger stark.

Pflanzenschnitt
Der Pflanzenschnitt bestimmt die spätere Kronenform. Man kürzt dabei soweit, dass nur drei bis vier flach wachsende Leittriebe überbleiben, die später das Kronengerüst bilden sollen, um ein Drittel bis zur Hälfte ein. Als Faustregel kann man sich merken, dass kräftige Triebe schwach und dünne Triebe stark eingekürzt werden sollen. Alle Zweige, bis auf diese drei bis vier, die nicht für den Kronenaufbau gebraucht werden, werden komplett herausgeschnitten!

Erziehungsschnitt
Der Erziehungsschnitt wird ab dem zweiten Jahr nach der Pflanzung aktuell. (Bei Spindeln dauert der Kronenaufbau drei Jahre). Flach stehende Seitenzweige bleiben ungeschnitten. Mögliche Konkurrenztriebe am Mitteltrieb werden komplett entfernt. Die Erziehung zur klassischen Rundkrone höherer Bäume dauert bis zum siebten Jahr. Im Frühjahr werden alle nach innen und senkrecht nach oben wachsenden, ein- bis zweijährigen Zweige entfernt. Danach werden die Neuzuwüchse aller Leitäste um ein Drittel eingekürzt.

Erhaltungsschnitt
Mit dem Erhaltungsschnitt sorgt man für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Laubtrieben und Fruchtzweigen, und er wird aktuell, sobald ein Obstbaum regelmäßig trägt. Äpfel und Birnen beispielsweise bilden die meisten Blüten und Früchte an Kurztrieben mit höchstens 20 cm Länge. Bei Süßkirschen sind Kurztriebe mit büschelartig angeordneten Blütenknospen besonders fruchtbar. Zwetschken, Mirabellen und Ringlotten blühen und fruchten vor allem an den Kurztrieben des zwei- und mehrjährigen Holzes. Achte also beim Schnitt darauf, dass die kurzen Zweigpartien überwiegen, lange oder nach unten hängende Zweige aber entfernt werden. Nach 4-6 Jahren sind auch die Fruchtzweige erschöpft. Man schneidet sie ganz aus und zieht dafür junge Zweige nach. Ebenfalls entfernt gehören alte, stark verzweigte Astpartien, die nur noch wenige oder keine Früchte tragen.

Verjüngungsschnitt
Ein Verjüngungsschnitt ist dann notwendig, wenn Obstbäume über längere Zeit nicht geschnitten wurden. Auch stark wachsende Bäume brauchen gelegentlich eine Verjüngung, zum Beispiel wenn sie nur noch an den äußersten Zweigabschnitten Blüten und Früchte ansetzen. Jährlich sollte man aber höchstens ein Viertel der Zweige und Äste entfernen.

Wann schneide ich was? Selbst Experten streiten über diese Frage. Allgemein gilt:

  • Pflanzschnitt und der Schnitt von Zwetschken erfolgt grundsätzlich im zeitigen Frühling
  • Der Erziehungs- und Erhaltungsschnitt anderer Obstarten im späten Winter oder zeitigen Frühling regt das Wachstum an. Einsteiger tun sich mit laublosen Bäumen leichter.
  • Sommerschnitt bremst das Wachstum und fördert die Blütenbildung.
  • Im Herbst sollte man niemals Bäume schneiden. Die Schnittstellen bleiben oft monatelang offen und sind Eintrittspforten für Krankheitserreger.