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Unsere Urban-Gardener:

Anja, die „Amateurin“!

Wir stellen die euch die weiteren TeilnehmerInnen des Urban Gardening Wettbewerbs vor. Anja Rautnig bezeichnet sich als Anfängerin und Amateurin. Wir sie deswegen als Tiefstaplerin und zeigen euch, warum:

Eigentlich hat sich Anja als Teenager eher für das Kochen und Essen interessiert als für das Gärtnern. Im elterlichen Garten sind eher Blumen als Nutzpflanzen kultiviert worden. Doch Bioprodukte haben ihr einfach besonders gut geschmeckt und so ist Interesse an der biologischen Landwirtschaft entstanden.

„Es muss auch anders gehen!“
Je mehr Anja über unser globalisiertes Ernährungssystem erfahren hat, umso größer wurde die Begeisterung für das Thema Lebensmittelproduktion. „Es muss auch anders gehen“ hat sich die naturverbundene Steirerin gedacht und beschlossen, sich beruflich einer kleinräumigen, biologischen Landwirtschaft zu verschreiben. Das Landwirtschaftsstudium in Wien ermöglicht ihr nun eine Schwerpunksetzung auf biologischer Landwirtschaft.

Studenten-Hochbeete Marke Eigenbau:
Die schöne Theorie der Lehrinhalte wollte Anja in der Praxis überprüfen und hat den Plan gefasst, ihre Dachterrasse mit Essbarem zu begrünen. Dass Studierende gerne das Bettgestell durch Europaletten ersetzen oder leere Bierkisten zu Sitzmöbeln umfunktionieren, ist nichts Neues.

Das Bedürfnis, mit wenig Geld und nur spartanisch durch zusammengetragenes Werkzeug ausgestattet ein Hochbeet aus Gebrauchtwaren bauen zu wollen, ist noch nicht Teil der gängigen Klischeevorstellung des hiesigen Studierendenlebens.

Das Ergebnis ist einfach, aber zweckdienlich: Je zwei Malerböcke, auf denen mit L-Haken Langtröge befestigt sind. Salat, Kräuter und Radieschen fühlen sich in ihnen seit nun zwei Jahren sichtlich wohl.

Lernen fürs Pflanzenleben:
Wenn Anja auf der Uni sitzt, lernt sie nicht nur für ihre Zukunft, sondern auch für ihren Dachgarten. In der Vorlesung hört sie „Vergilbte ältere Blätter bedeuten Stickstoffmangel“, geht nach Hause und versorgt ihre Stangenbohnen mit stickstoffreichem Dünger aus Pferdemist.  

Es sollten mehr Leute zumindest ein paar Nutzpflanzen anbauen, findet sie. Denn seit sie weiß, wie viel Zeit es braucht, bis eine Tomate gewachsen ist, wundert sie sich nicht mehr über die Preise von Biotomaten im Supermarkt.

Der innere Schweinehund im Gärtner in Spe:
„Bequemlichkeit“, sagt Anja auf die Frage, warum viele ihrer Bekannten, die gerne auf Balkon oder Terrasse Nutzpflanzen hätten, noch keine haben. Es bedeute einerseits einen einmaligen Aufwand, die Anfangsarbeit zu bewältigen, und andererseits schon auch eine kleine Einschränkung der Flexibilität, sich laufend um Pflanzen zu kümmern.

Die angehende Biolandwirtin bedauert, dass vielen Leuten nicht bewusst sei, dass man auch auf kleinstem Raum etwas wachsen lassen kann. Und dass zu selten berücksichtigt würde, welche Pflanzen pflegeleicht sind und welche Art des Pflanzens die Selbstregeneration des Gartens fördert:

„Wenn bekannter wäre, wie das geht, würde sich das alte Bild von der mühevollen täglich stundenlangen Gartenarbeit für ein paar Quadratmeter Garten ändern! Es gibt in Wien so viele Terrassen, auf denen nichts Essbares wächst. Dabei existieren sehr viele Nutzpflanzen, die wirklich auch schön ausschauen.“

Bezug zur Herkunft unseres Essens:
Anja sieht sich als Teil einer Generation, die den Bezug zur Landwirtschaft zunehmends verliert. Den Grund sieht sie darin, dass es einfach immer weniger Bauern gibt, die ihren Nachfahren und ihrer Umgebung vermitteln, was die Arbeit und das Leben auf einem Bauernhof bedeuten und wie unsere Nahrungsmittel produziert werden.

Die Studentin träumt daher von einer Verbreitung von „Ecovillages“ – landwirtschaftlichen Gemeinschaftsbetrieben, auf denen mehrere Familien sich die Arbeit teilen und dadurch auch Urlaub oder Teilzeitarbeit in der Landwirtschaft möglich und bäuerliche Berufe wieder attraktiver werden. Egal, ob Landwirt oder Balkonbesitzer, Anja möchte weniger Ausreden hören und mehr essbares Grünzeug wachsen sehen!