AMA - Marketing
Export:
  • DE
  • EN
  • IT
AMA-BIOSIEGELEU-BiologoEnjoy

AMA - Marketing

Unsere Gartenexpertin:

Andrea lässt das Gärtnern nicht los!

Nachdem wir euch alle unsere Urban Gardener vorgestellt haben, darf ihre Begleiterin, Gartenexpertin Andrea Heistinger, nicht fehlen. Andrea erzählt uns von Beruf und Berufung und lässt uns – natürlich - nicht ohne aktuelle Tipps zur Gartensaison zurück.

Wie wird man überhaupt Expertin in Gartenangelegenheiten und was treibt eine solche an? Was denkt sich die Expertin, wenn sie mit unserem ganzen Hobbygärtnerstolz konfrontiert wird – machen wir alle dieselben blöden Anfängerfehler? Wir haben Andrea ein letztes Mal für dieses Jahr gelöchert, sie hat in gewohnter Geduld geantwortet:

Ist dein grüner Daumen angeboren? Welche Wege haben dich in den Garten geführt?
Viele Wege. Meine Großmutter hatte einen großen Garten, in dem ich als Kind mitgeholfen habe. Gemüse aus dem eigenen Garten zu essen, war für mich immer etwas Selbstverständliches.

Daher habe ich auch nach einem Haus mit Garten gesucht, als ich vor 15 Jahren ein Haus gekauft habe. Seitdem habe ich meinen eigenen Garten.

Wie wird man vom Gartenbesitzer zur Gartenexpertin?
Das hat sich ergeben. Ich habe für meine Diplomarbeit zum Erfahrungswissen über Pflanzenzüchtung von Bauern in Tirol viel tradiertes Wissen zusammengetragen. Die Diplomarbeit wurde veröffentlicht und der Verlag hat anschließend gefragt, ob ich nicht weiterschreiben will. – Es gab noch kein vergleichbares Buch zum Thema Saatgutgewinnung.

Damals wusste ich noch nicht, dass mich das Schreiben nicht mehr loslassen wird.
Ich habe für die Arche Noah mehrere Bücher geschrieben, der rote Faden war, dass es darum ging, Erfahrungswissen zu sammeln.

Warum Bücher?

Ich bin viel herumgekommen und das Wissen, das ich zusammengetragen habe, musste ich selbst ausprobieren und auch wieder weitergeben. Ich mache das nach wie vor, weil ich davon überzeugt bin, dass das ein wichtiger Erfahrungsaustausch ist. Es geht darum, Wissen zugänglich zu machen, das meist Leute besitzen, die von den Verlagen weit weg sind und oft auch keine Zeit haben, zu schreiben.

Bücher sind eine Möglichkeit, sowohl das Thema als auch das Wissen dazu sichtbar zu machen und Menschen zum Gärtner zu ermutigen, dazu auch nach einem Scheitern nicht gleich aufzugeben. Wenn ich schreibe,  achte ich auf Praxisnähe und Umsetzbarkeit!

Apropos Praxis: Was sind die häufigsten Fehler der Stadtgärtner?
Das erste, was mir spontan einfällt lautet: Nicht-winterhartes Basilikum drinnen überwintern. Das gelingt kaum, weil wir ihm im Winter nicht die Wärme bieten können, die es braucht.

Ich empfehle, es zu verbrauchen und im Frühling neu auszusäen, außer es handelt sich um winterhartes Basilikum, das ist aber erfahrungsgemäß selten der Fall. Kurz: Die artgerechte Haltung für Basilikum im Winter ist Pesto!

Gilt das für die meisten Kräuter?

Nein. Kräuter wie Thymian, Salbei oder Zitronenverbene werden oft ins Haus getragen, obwohl sie frosthart sind. Sie können problemlos draußen überwintert werden.

Vergessen wird beim Überwintern häufig auf das Gießen, die Töpfe werden samt Pflanzen irgendwo zusammengestapelt und sich selbst überlassen. Wo Frostschäden vermutet werden, steckt oft ganz simpel Austrocknung dahinter. Klassischerweise ereilt etwa den Rosmarin dieses Schicksal.

Einfach zusammengefasst: Alles, was im Winter Blätter hat, muss auch zurückhaltend gegossen werden. Die Erde darf nie austrocknen, sonst sterben die Bodenlebewesen aus.

Waren das schon die Klassiker unter den Fehlern von uns Amateuren?
Na ja, bei vielen Pflanzen hängt es von der Umgebung ab und davon, ob es ein milder Winter wird oder nicht, da kann ich keine Pauschalgarantien abgeben. Aber ich kann sagen, was ich oft bedaure:

Die Leute denken zu wenig daran, im September wieder neu auszusäen! Wer das macht, kann auch im Spätherbst und im Winter noch ernten, besonders in der Stadt. Saatgut ist ganzjährig verfügbar. Besonders geeignet dafür sind Blattgemüse wie Spinat und Vorgerlsalat, auch Asiasalate.
Es ist eine ganz besondere Freude, im Winter zu ernten und das selbst Angebaute zu essen, wenn sonst weniger frisches Gemüse zur Verfügung steht.